Dienstag, 28. März 2017

Rezension: Exit – Das Spiel von Kosmos spoilerfrei

Damit bin ich fertig!

Inka und Markus Brand: EXIT – DAS SPIEL in den Versionen DAS GEHEIME LABOR; DIE GRABKAMMER DES PHARAO und DIE VERLASSENE HÜTTE für 1-6 Spieler mit Illustration von Franz Vohwinkel bei Kosmos 2016

Nicht nur ich, auch die Spiele sind jetzt fertig. Im wahrsten Sinne des Wortes, wenn „fertig“ für „kaputt“, „alle“, „auf“ steht. Nix geht mehr. Immerhin: Auf der Schachtel wird gewarnt, dass man jedes Spiel nur ein Mal spielen kann, „denn Ihr beschriftet, faltet und zerreißt das Material.“ Für einen wie mich bedeutet das schon eine gewisse Überwindung. Man könnte doch … diesen Frevel … irgendwie umschiffen. Ach was soll's. Ich bin längst nicht mehr einer dieser spielestreichelnden Sammler, die ihre Spiele am liebsten in Folie lassen oder Spielkarten eintüten. Sind halt doch Gebrauchsgegenstände, die leiden sowieso über die Zeit.

Für den Verlag entpuppt sich diese Art Spiel schon als Goldgrube. Und das, obwohl man jedes Exemplar während des Spiels zerstört. Erst konnte ich das gar nicht verstehen. Gut, es gibt bei uns in Münster mittlerweile mehrere Escape-Räume. Die finde ich – naja, vorsichtig ausgedrückt – reichlich teuer. Da sind die Kosmos-Spiele eine echte Alternative. Für ca. 13 Euro gibt’s für eine Stunde Rätsel zu knacken. … bei uns hat's in der Regel länger gedauert. Ein Sparfuchs kann jetzt mal rechnen, wie viel ein Spiel bezogen auf Mitspieler und Zeit wirklich kostet. Na, wie viel sparen Sie?

Aber darum geht’s ja nicht. Es geht ums gemeinsame Knobeln. Wer hat welche Ideen? Wer kann wo ansetzen? Aber auch: Wer setzt sich durch und wer hat recht. Die Aufgaben sind unterschiedlich schwierig. Auch, wie welches Material eingesetzt werden muss. Also tüfteln wir alle, denken laut. Zum Glück gib's keine Sackgassen, denn das Hilfesystem ist schon sehr unterstützend. An der einen oder anderen Stelle kann's aber trotzdem frustig werden. Bei DIE GRABKAMMER DES PHARAOS haben wir uns selbst ins Bockshorn gejagt, aber nur, weil wir die Regel nicht aufmerksam genug gelesen haben. Es kommt wirklich auf jedes Detail an, nicht nur in der Regel auch bei den Rätseln. Und – zwinker, zwinker – auf jedwede Art von Material.

Und was war am besten? Schwierig … allerdings erkennt man bei den Spielen dieselbe Handschrift, ähnliche Strickmuster. Schon nach dem ersten EXIT macht es schneller „Klick“, wir kamen den Rätseln schneller auf die Schliche. Wir haben uns nur IN DER GRABKAMMER DES PHARAO schwer getan, weil alles noch neu und ungewohnt war. Am besten hat mir DIE VERLASSENE HÜTTE gefallen. Die Rätsel dort sind so schön stimmig. DAS GEHEIME LABOR war auch gut, allerdings ahnten wir öfter schon, wie es weitergehen könnte. Nichtsdestotrotz waren wir bei einigen Labor-Rätseln auf Hilfekarten angewiesen … und haben uns dann sofort vor den Kopf geschlagen: Mensch, ist doch klar! Warum sind wir nicht selbst drauf gekommen?! Das sind die Momente, in denen man in die Rätsel eintaucht. Und das ist gut so.

Es hat bei aller Skepsis „Bumm gemacht“. Oder „Zoom“ … oder … jedenfalls bei mir und meinen Mitspielern. Drei Spiele, dreieinhalb Partien. DIE GRABKAMMER DES PHARAO mussten wir zwei Mal angehen, so sehr hatten wir uns zuerst verrannt. Wahrscheinlich kommt diese EXIT-Gruft deshalb nicht ganz so gut weg.

Nachschub ist in Sicht. Auch von anderen Verlagen. Alles gut soweit!

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